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Rezensionen von Julia

Dopamine Style
Rachel Verney

Dopamine Style

Bewertung:

In diesem Buch erhält man viele Einblicke in die Grundlagen des Dopamine Decor. Das ist insgesamt sehr gut gelungen, man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass es sich tatsächlich um ein Grundlagenbuch handelt. Wer tiefgehende Tipps oder zahlreiche DIY-Anleitungen erwartet, wird diese hier nicht finden.

Das Buch ist wunderschön gestaltet und strahlt Dopamine Decor von vorne bis hinten aus. Die verschiedenen Wohnungsbeispiele zeigen, wie vielfältig dieser Einrichtungsstil sein kann. Immer wieder wird betont, wie wichtig Farben sind und dass diese – auch wenn ein bunter Look gewünscht ist – harmonisch zusammenpassen sollten. Für mich persönlich war das nichts Neues, weshalb ich die häufige Wiederholung dieses Aspekts stellenweise etwas überflüssig fand.

Ich hätte mir zudem ein paar mehr konkrete Tipps gewünscht, wo man Dekoartikel und ähnliche Dinge finden kann. Die wenigen Hinweise am Ende des Buches bezogen sich überwiegend auf Farben oder auf Unternehmen, die in England ansässig sind.

Ich möchte aber nicht, dass das zu negativ klingt. Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen, mochte die Gestaltung sehr und fand die zahlreichen Ideen inspirierend. Als Einführung in das Thema ist es definitiv gelungen, für konkrete Anleitungen oder detailliertere Tipps würde ich allerdings zusätzlich andere Quellen heranziehen.

Besonders die Bilder haben mir gefallen und bieten jede Menge Inspiration. Noch mehr Vorher-Nachher-Vergleiche hätte ich allerdings schön gefunden. Ganz am Anfang des Buches gab es beispielsweise ein solches Beispiel, das ich besonders gelungen fand. Auch die Gegenüberstellungen von Räumen mit unterschiedlicher Dekoration oder verschiedenen Teppichen fand ich spannend, da sie sehr anschaulich gezeigt haben, wie stark einzelne Elemente die Wirkung eines Raumes verändern können.

Man sollte dabei allerdings auch bedenken, dass nicht jeder über ausreichend Stauraum verfügt, um beispielsweise mehrere Teppiche zum Wechseln aufzubewahren. Gleiches gilt für manche andere Ideen oder Empfehlungen. Wer in einer Mietwohnung lebt, kann schließlich nicht jede Veränderung ohne Weiteres umsetzen.

Wer es bunt mag, erste Einblicke in das Thema Dopamine Decor gewinnen oder sich einfach inspirieren lassen möchte, macht mit diesem Buch nichts falsch. Außerdem lernt man einige Instagram-Accounts kennen, auf denen man sich weitere Ideen und Anregungen holen kann.

31. Mai 2026
In the Likely Event – Bis wir uns wiedersehen
Rebecca Yarros

In the Likely Event – Bis wir uns wiedersehen

Bewertung:

Was, wenn es nie den richtigen Zeitpunkt gibt und man sich stattdessen mitten in einem Kriegsgebiet wiedersieht? Genau das passiert Nate und Izzy. Bereits auf den ersten Seiten wird deutlich, dass zwischen den beiden noch immer ungelöste Gefühle und Spannungen bestehen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptcharaktere erzählt. Dabei bewegt sie sich einerseits im Jahr 2021 in Afghanistan und greift andererseits immer wieder Rückblicke auf die Jahre seit ihrem Kennenlernen im Jahr 2011 auf. Nach und nach setzt sich so das Bild ihrer gemeinsamen Vergangenheit zusammen.

Wer bereits Bücher von Rebecca Yarros gelesen hat, weiß, wie fesselnd ihr Schreibstil ist. Sie schafft es immer wieder, ihre Leserinnen und Leser emotional vollkommen mitzunehmen. Schon bevor ich mit dem Buch begonnen habe, war mir klar, dass ich vermutlich Taschentücher bereithalten sollte – und ich sollte Recht behalten.

Die Geschichte von Nate und Izzy ist geprägt von Höhen und Tiefen, von verpassten Chancen und schwierigen Entscheidungen. Dennoch ist auf jeder Seite diese tiefe Verbundenheit zwischen ihnen spürbar. Der Wunsch, den anderen beschützen zu wollen, die Angst vor einer Zurückweisung und die Frage, ob die eigenen Gefühle erwidert werden, verleihen der Geschichte eine besondere Intensität.

Während sich die beiden langsam wieder annähern, spitzt sich auch die Lage in Afghanistan immer weiter zu. Dadurch entsteht eine Spannung, die einen bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Man fiebert die ganze Zeit mit und hofft, dass für die beiden am Ende doch noch alles gut wird.

Für mich ist dieses Buch eine herzergreifende Geschichte über Liebe, Verlust, Hoffnung und zweite Chancen. Von mir gibt es daher eine absolute Lese- und Taschentuchempfehlung!

31. Mai 2026
Die weiße Nacht
Anne Stern

Die weiße Nacht

Bewertung:

Die weiße Nacht bietet einen gelungenen Einstieg in eine Reihe, von der ich mir definitiv noch weitere Bände wünsche. Die Geschichte spielt zur Weihnachtszeit im Jahr 1946, als mitten im Schnee eine Leiche entdeckt wird. Lou findet den Toten und macht sofort einige Fotos, da ihr an der Platzierung der Leiche etwas merkwürdig erscheint. Kurz darauf beginnt Kommissar König mit den Ermittlungen – oder versucht es zumindest.

Tatsächlich rückte die eigentliche Ermittlungsarbeit für meinen Geschmack stellenweise etwas zu sehr in den Hintergrund. Dennoch wurde die Geschichte dadurch keineswegs langweilig oder zäh. Ganz im Gegenteil: Ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen, weil es unglaublich spannend war, die verschiedenen Charaktere dabei zu begleiten, wie sie ein Jahr nach dem Krieg noch immer ums Überleben kämpfen und versuchen, mit den Erlebnissen der Vergangenheit zurechtzukommen.

Einige Handlungsstränge haben sich mir erst nach und nach erschlossen, andere wurden in diesem Band vermutlich bewusst noch nicht vollständig aufgelöst. Gerade das macht jedoch neugierig auf mögliche Fortsetzungen.

Besonders gelungen fand ich die Charaktere. Jede Figur trägt ihre ganz eigenen Wunden aus der Kriegszeit mit sich, und obwohl man im Laufe der Geschichte immer wieder kleine Einblicke erhält, hatte ich das Gefühl, dass wir bisher nur an der Oberfläche gekratzt haben. Genau darin steckt großes Potenzial für weitere Bände. Auch die Zusammenhänge rund um die Morde werden nur Stück für Stück enthüllt, sodass sich das Gesamtbild erst langsam zusammensetzt. Gleichzeitig wird deutlich, wie schwierig Ermittlungen unter den Bedingungen der Nachkriegszeit überhaupt sind – ein kaum ausgestattetes Polizeirevier macht die Arbeit schließlich nicht einfacher.

Wer Geschichten rund um die Nachkriegszeit spannend findet und weniger Wert auf klassische, hochkomplexe Ermittlungsarbeit legt, wird an diesem Buch sicherlich Gefallen finden. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, und die winterliche Kulisse erzeugt eine kühle, bedrückende Atmosphäre, die perfekt zur Geschichte passt. Insgesamt ein atmosphärischer Reihenauftakt, der neugierig auf mehr macht.

15. Mai 2026
The Darlington - Logan & Rose
Laura Kneidl

The Darlington - Logan & Rose

Bewertung:

Logan & Rose bildet den dritten und letzten Band der Darlington-Reihe. Wer die ersten beiden Teile bereits gelesen hat, wird vermutlich ohnehin nicht mehr überzeugt werden müssen, auch dieses Buch zu lesen. Für alle anderen empfiehlt es sich jedoch definitiv, mit dem ersten Band der Reihe zu starten. Zwar stehen hier vor allem Rose und Logan im Mittelpunkt, dennoch spielen auch viele bekannte Charaktere aus den vorherigen Büchern wieder eine wichtige Rolle. Zusätzlich werden die Gerichtsverhandlungen rund um Logans Vater Richard weitergeführt, weshalb Vorwissen aus den ersten beiden Bänden das Leseerlebnis deutlich bereichert.

Der Schreibstil ist gleichzeitig sanft und fesselnd, sodass man sich schnell wieder in der Geschichte verliert. Besonders die Entwicklung der Beziehung zwischen Logan und Rose verfolgt man mit großer Freude. Neben dem Knistern zwischen den beiden kämpft Rose jedoch auch mit ihren ganz eigenen Problemen und Träumen. Ohne zu viel vorwegzunehmen lässt sich sagen, dass sie ein unglaublich starker und vielschichtiger Charakter ist.

Die Geschichte von Logan und Rose bildet für mich einen rundum passenden Abschluss der Reihe. Auch wenn ich traurig bin, mich nun von den liebgewonnenen Charakteren verabschieden zu müssen, hätte ich mir kaum ein stimmigeres Ende wünschen können. Dieser finale Band schafft es noch einmal, alle Gefühle einzufangen, die die Reihe so besonders gemacht haben.

Wer die ersten beiden Teile bereits mochte, wird auch diesen Band lieben. Und allen, die die Reihe noch nicht kennen, kann ich nur empfehlen, sie unbedingt zu lesen – aber wirklich am besten direkt mit Band 1 zu starten.

15. Mai 2026
Der Fährmann
Regina Denk

Der Fährmann

Bewertung:

Der Fährmann ist ein Buch, das sich deutlich von vielen anderen abhebt – und genau das macht für mich seinen besonderen Reiz aus. Der Schreibstil ist zu Beginn noch etwas gewöhnungsbedürftig, doch je weiter man liest, desto mehr entfaltet er seine Wirkung. Mit der Zeit habe ich ihn nicht nur akzeptiert, sondern wirklich zu schätzen gelernt.

Die Geschichte selbst ist düster und atmosphärisch dicht erzählt. Sie beschönigt nichts, sondern zeigt die harte Realität der damaligen Zeit in all ihren Facetten. Themen wie Gewalt, Untreue und die Auswirkungen des Krieges werden offen dargestellt und tragen zur eindringlichen Wirkung der Handlung bei.

Angesiedelt ist die Geschichte an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich, was sich auch in den Dialogen widerspiegelt. Der eingesetzte Dialekt verleiht dem Ganzen zusätzliche Authentizität und unterstreicht die besondere Atmosphäre des Settings.

Erzählt wird aus den Perspektiven von Hannes, Josef, Elisabeth und Annemarie. Sie alle verbindet ihre Heimat und ein enges Geflecht an Beziehungen, und doch könnten ihre Lebenswege und Entwicklungen kaum unterschiedlicher sein. Gerade diese Vielschichtigkeit macht die Geschichte besonders spannend.

Dieses Buch ist sicherlich keine leichte Kost und auch nicht darauf ausgelegt, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen oder die Vergangenheit zu romantisieren. Stattdessen überzeugt es durch seine schonungslose Ehrlichkeit und emotionale Tiefe. Für mich ein gelungenes und eindringliches Werk, das noch lange nachwirkt und das ich definitiv weiterempfehlen kann.

18. April 2026
Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick
Bente van der Meer

Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick

Bewertung:

Was passiert, wenn man das Leben in der Münchner High Society gewohnt ist – und plötzlich vor dem Nichts steht? Genau das erleben Isabell, Clara und Lucas, als ihr Vater wegen Steuerbetrugs verhaftet wird und sämtliche Konten eingefroren werden. Der einzige Ausweg scheint ein Umzug zu Stine nach Deerhusen zu sein. Doch das bringt gleich mehrere Probleme mit sich: Stine und Isabell hatten seit 30 Jahren keinen Kontakt mehr, und Deerhusen liegt am anderen Ende Deutschlands – weit entfernt von ihrem bisherigen Leben.

Entsprechend holprig gestaltet sich der Start in die neue Realität, und auch das Zusammenleben ist alles andere als einfach. Nach und nach beginnen die drei jedoch, sich mit den veränderten Umständen zu arrangieren – wobei dieser Prozess nicht für alle gleich schnell oder leicht verläuft. Erzählt wird die Geschichte aus den wechselnden Ich-Perspektiven der vier Hauptcharaktere, was spannende Einblicke in ihre Gedanken und Entwicklungen ermöglicht.

Deerhusen selbst bedient dabei viele Klischees eines norddeutschen Dorfes – allerdings auf eine charmante und humorvolle Weise. Die Geschichte ist durchzogen von witzigen Momenten, schafft es aber gleichzeitig, auch nachdenkliche Töne anzuschlagen.

Der Schreibstil ist angenehm leicht und lebendig, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Lediglich das Erzähltempo empfand ich als etwas unausgewogen: Während sich die Geschichte zu Beginn noch etwas Zeit lässt, wirkt das Ende vergleichsweise gerafft. Gerade dort hätte ich mir weniger Zeitsprünge und dafür etwas mehr Raum gewünscht.

Nichtsdestotrotz ist es eine rundum gelungene Geschichte, die mich zum Lachen gebracht hat und durch ihre Mischung aus Humor und Emotionen überzeugt. Ein Buch, das man nur ungern aus der Hand legt.

6. April 2026
Bente van der Meer

Bewertung:

Dieses Buch wirbt damit, das einzige zu sein, das man zum Thema Wohnen lesen muss. Einerseits mag das durchaus zutreffen, andererseits wird im Buch selbst auch auf viele weitere spannende Werke verwiesen, die zur Vertiefung einladen.


Inhaltlich ist das Buch klar und sinnvoll aufgebaut. Schritt für Schritt wird man durch einen Prozess geführt, der dabei hilft, das eigene Wohnumfeld bewusster wahrzunehmen, Details genauer zu betrachten und mögliche Verbesserungen zu erkennen. Dabei wird schnell deutlich: Große Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen – und genau das vermittelt das Buch sehr realistisch und angenehm. Neben kleineren Impulsen, die sich direkt umsetzen lassen, werden auch langfristige Prozesse aufgezeigt, die Zeit brauchen dürfen. Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass der Ton dabei nie belehrend wirkt, sondern vielmehr unterstützend und motivierend – eher eine helfende Hand als ein erhobener Zeigefinger.


Für mich persönlich war es spannend zu entdecken, wie viele Faktoren unser Wohnen und Wohlbefinden tatsächlich beeinflussen – und wie viel sich davon oft schon mit kleinen Anpassungen verändern lässt. Nicht alle Ansätze werde ich für mich umsetzen, aber viele Denkanstöße nehme ich definitiv mit. Vor allem hat das Buch mein Bewusstsein dafür geschärft, was ich bereits habe und was ich an meiner aktuellen Wohnsituation wertschätzen kann.


Auch der Blick in die Zukunft hat mir gut gefallen: Das Buch regt dazu an, sich frühzeitig mit möglichen Veränderungen der eigenen Lebensumstände auseinanderzusetzen und zu überlegen, welche Anforderungen das Wohnen dann mit sich bringen könnte – anstatt sich erst im Nachhinein damit zu beschäftigen.


Insgesamt ein inspirierendes und gut strukturiertes Buch, das mit vielen hilfreichen Impulsen zu einem bewussteren Umgang mit dem eigenen Wohnraum anregt.

18. März 2026
Der Sommer, der uns blieb
Greta Herrlicher

Der Sommer, der uns blieb

Bewertung:

Diese Geschichte hat mich sehr berührt, auch wenn ich nach dem Klappentext zunächst mit etwas anderem gerechnet hatte.
Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet. Auch wenn es mir zu Beginn nicht ganz leichtfiel, alle sofort sympathisch zu finden, habe ich im Verlauf der Geschichte immer mehr die besonderen und liebenswerten Seiten der einzelnen Hauptfiguren zu schätzen gelernt.
Ohne zu viel vorwegzunehmen: Als Leser erfährt man nach und nach, was in der Jugend der drei Protagonisten vorgefallen ist und weshalb sie fast 20 Jahre lang keinen Kontakt mehr miteinander hatten. Durch unterschiedliche Schicksalsschläge treffen sie schließlich wieder in ihrer alten Heimat aufeinander und nähern sich langsam erneut an. Gerade diese behutsame Entwicklung hat mir sehr gefallen.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Vereinzelt haben mich die Zeitsprünge etwas aus dem Lesefluss gerissen, was jedoch nicht gravierend war.
Am Ende musste ich tatsächlich ein paar Tränchen verdrücken. Dennoch hat mich der Epilog nicht ganz zufrieden zurückgelassen – hier hätte ich mir einen etwas runderen Abschluss gewünscht. Trotzdem kann ich diese Geschichte allen empfehlen, die ein paar entspannte Lesestunden mit viel Empathie und Emotionen suchen.

18. März 2026
Einatmen. Ausatmen.
Maxim Leo

Einatmen. Ausatmen.

Bewertung:

Marlene ist eine Karrierefrau durch und durch. Beruflich läuft alles nach Plan, doch auf persönlicher Ebene besteht durchaus noch Entwicklungspotenzial. Bevor sie zur CEO ihrer Firma befördert wird, soll sie daher an einem Coaching teilnehmen – eine Aufgabe, der sie zunächst eher pragmatisch als begeistert begegnet.

Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, dass Marlene ein sehr direkter und durchaus außergewöhnlicher Charakter ist. Entsprechend hatte ich mich auf einige pointierte und schlagfertige Dialoge gefreut, die allerdings etwas sparsamer eingesetzt wurden als erwartet. Dennoch war es spannend, ihre Entwicklung zu verfolgen und hinter die Fassade der ehrgeizigen Geschäftsfrau zu blicken.

Auch Alex lernen wir durch wechselnde Kapitel zunehmend besser kennen, was der Geschichte zusätzliche Perspektiven verleiht. Vom eigentlichen Seminar selbst erfährt man hingegen vergleichsweise wenig – der Fokus liegt stärker auf den persönlichen Entwicklungen der Figuren.

Gerade diese unterschiedlichen Entwicklungen haben mir insgesamt gut gefallen. An manchen Stellen wirkten einzelne Szenen jedoch etwas konstruiert oder leicht unrealistisch, und teils hatte ich das Gefühl, dass sehr viele Veränderungen auf vergleichsweise wenigen Seiten untergebracht wurden. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Raum gewünscht.
Der Schreibstil passt hervorragend zur Geschichte: angenehm, ruhig und flüssig zu lesen. Besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen, da es stimmig ausgearbeitet ist und der Geschichte einen runden, zufriedenstellenden Abschluss verleiht.

Insgesamt ist es ein solides, unterhaltsames Buch mit interessanten Charakterentwicklungen.

18. März 2026
Die Totenklägerin
Greta Jung

Die Totenklägerin

Bewertung:

Matilda ist Trauerrednerin – und keine, die den Hinterbliebenen ausschließlich tröstende Worte schenkt. Sie erzählt die wahre Geschichte der Verstorbenen, auch wenn diese nicht immer schön oder schmeichelhaft ist. Damit stößt sie nicht bei allen auf offene Arme. Als in Reuth Oma Resi stirbt, ist sich die zwölfjährige Jackie jedoch sicher, dass es kein natürlicher Tod war, und möchte Matilda beauftragen, der Sache auf den Grund zu gehen. Trotz anfänglicher Zweifel beginnt Matilda schließlich, Nachforschungen anzustellen.

Die beiden Hauptfiguren Matilda und Jackie sind – im besten Sinne – speziell. Beide passen nicht in das traditionelle Bild des kleinen Bergdorfes mit seinen bodenständigen, auf Ordnung und Gewohnheit bedachten Einwohnern. Matilda ist direkt, eigenwillig und nimmt kein Blatt vor den Mund. Zudem trägt sie eine bewegende Vergangenheit mit sich, die im Laufe der Geschichte nach und nach enthüllt wird. Jackie hingegen ist eine kluge, aber im Dorf eher außenstehende Zwölfjährige, die auch in der Schule keine Freunde hat. Vielleicht ist es gerade diese Außenseiterrolle, die die beiden – trotz ihres Altersunterschieds – auf besondere Weise verbindet. Auch die Nebencharaktere sind vielschichtig und glaubwürdig gezeichnet.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Ermittlungen verlaufen bewusst ruhig und ohne übertriebene Dramatik – genau das passt jedoch hervorragend zur Atmosphäre der Geschichte. Das abgelegene Dorf Reuth mit seinen eingeschworenen Bewohnern wirkt stellenweise fast von der Außenwelt abgeschnitten und in manchen Ansichten sehr traditionsverbunden. Die entschleunigte Erzählweise unterstreicht dieses Setting und verleiht dem Krimi eine besondere, fast schon subtile Spannung.

Die Totenklägerin ist ein fesselnder Krimi, der nicht mit spektakulären Wendungen auf jeder zweiten Seite arbeitet, sondern durch Tiefgang, Charakterstärke und eine ruhige, stetige Entwicklung überzeugt.

3. März 2026