Rezensionen von Gute_Laune
Sächsisches Spezialitäten-Backbuch
In jeder Backbuchsammlung ist dieses kleine Büchlein ein großer Hit. Die Aufmachung ist mit ganz viel Liebe zur Region sehr gut gelungen. Kleine Geschichten rund um Sachsen und die Gebäcke setzen glänzende Highlights und machen das Büchlein noch schöner.
Einige der Rezepte kenne ich bereits ohne Bezug zu Sachsen. So ist hier bei uns der Dresdner Kaffeekranz als Frankfurter Kranz bekannt und war besonders in den 1970ern sehr beliebt. Einziger Unterschied ist, dass in Dresden Mandeln mit Zucker und Semmelbröseln zum Verzieren verwendet werden, in Frankfurt Krokant. Leider ist er irgendwie in Vergessenheit geraten. Vielleicht hilft dieses Büchlein dabei, ihn wieder öfter auf der Kuchentafel zu finden. Es finden sich aber auch viele Gebäcke, die ich bisher nicht kannte, die jedoch voll auf meiner Genuss-Welle liegen. Ganz vorne liegen da die Fürst-Pückler-Schnitte und der Dresdner Prasselkuchen. Und der Schlesische Mohnkuchen ist einer der Klassiker, die mir immer das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.
Das Büchlein startet mit einigen Kapiteln zu Sachsen als deutsches Kuchenmekka. Die nachfolgenden Rezepte sind dann unterteilt in die Kapitel Feine Torten und Sahnestücke; Feine Kuchen und Bäben mit Hefeteig; Echte Dresdner Stollen und Striezel; Windbeutel und Spritzkuchen; Konfekt und Pfefferkuchen; Feine Blätterteig- und Plunderstückchen; Feine Rührkuchen und Küchlein; Feines Kaffee- und Teegebäck; Spezialitäten mit Kartoffelteig. Abgeschlossen wird das Büchlein vor dem Inhaltsverzeichnis mit ein paar Kapiteln zu Sachsens Spezialitäten-Bäcker Dr. Quendt.
Die 51 Rezepte sind übersichtlich gestaltet. Sie füllen immer eine Doppelseite. Links findet sich die Zutatenliste, daneben werden die Arbeitsschritte im Fließtext erklärt, dann folgt ein verführerisches Bild und daneben häufig noch ein wenig Info rund um das Gebäckstück. Erfreulicher Weise verderben einem keine Nährwertangaben den Appetit. Es werden nur alltägliche Zutaten verwendet, die man oft sogar im Vorrat hat. Mir macht das Büchlein riesig Freude. Fünf Sterne!
Was sie nicht weiß
Als Sam einen Anruf vom Kindergarten erhält, dass seine Frau Bryden die gemeinsame Tochter Clara nicht abgeholt hat und nicht zu erreichen ist, wundert er sich sehr. Noch mehr, als er feststellt, dass ihr Handy, ihre Tasche und ihr Auto da sind, nur Bryden nicht. Detective Jayne Salter und ihr Team decken bei ihrer Suche nach Bryden erstaunliche Geheimnisse auf.
Ich bin immer wieder davon fasziniert, wie leicht mich Shari Lapena in ihre Storys zieht. Andere Autoren und Autorinnen tun sich damit sehr viel schwerer, manche schaffen es gar nicht. Doch bei ihr habe ich immer das Gefühl, sämtliche Figuren nicht nur deutlich vor Augen zu haben, sondern sogar zu kennen. Sofort spüre ich eine leichte Spannung, die sich immer mehr steigert und keinen Moment nachlässt. Längen und zähe Stellen gibt es bei ihr schlicht nicht. Das ist großartig, da liest man gerade zu suchtmäßig weiter und ist allerbestens unterhalten. Dabei braucht sie keine detaillierten Gewaltbeschreibungen. Sie kommt mit kleinen Andeutungen direkt ans Ziel.
Man möchte fast schon schmunzeln, wie so nach und nach die Geheimnisse ans Licht kommen. Die sind zwar weniger lustig, denn heftig, aber sie zeigen sehr schön, dass es überall etwas gibt. Manche der Geheimnisse sind allerdings schon echte Hammer! So wird der Leser immer wieder auf neue Spuren angesetzt und gleichzeitig so verwirrt, dass es kaum vorstellbar ist, wie sich alles aufklären kann. Wahnsinnig gut! Ebenfalls gelungen finde ich, dass man super lange rätselt, wer diese Sie aus dem Titel denn nun ist. Die Dynamik zwischen den Figuren ist realistisch und gibt der Story zusammen mit den kurzen Kapiteln ein rasantes Tempo.
Lapena schafft es meisterlich, die Spannung bis zum Ende auf hohem Niveau zu halten. Mich begeistern ihre Bücher immer wieder durch ihre neuen Ideen, Settings und Figuren. So sehr wie sie, überrascht mich sonst kein Autor oder Autorin. Das Ende ist auch hier fulminant. Ein einziger Faden bleibt lose. Das und der letzte Satz bringen mich dazu, mir zu wünschen, dass es eine Fortsetzung geben wird. Das wiederum wäre eine Novität bei Shari Lapena. Kurz und gut, ich bin bestens unterhalten worden und habe jede Seite genossen. Volle fünf Sterne, mehr geht ja leider nicht!
Sunshine Man
Birdie Kellers Schwester wurde vor 18 Jahren ermordet. Jetzt soll ihr Mörder Jimmy Maguire entlassen werden. Birdie macht sich mit einem Plan und einer Waffe auf eine Reise, die alles verändern wird.
Die Story wird aus zwei Perspektiven erzählt. Da ist Birdie, die nie mit dem Tod der Schwester klarkommen konnte, noch immer leidet Und da ist Jimmy Maguire, den die Zeit im Gefängnis natürlich verändert hat. Doch schnell merkt man, dass nichts so ist, wie man zunächst annahm und man leidet mit den Protagonisten.
Wer nicht in sich gefestigt ist, wer in einem Tief steckt, sollte keinesfalls dieses Buch lesen oder hören. Es ist wunderbar, aber düster, es zieht runter, es macht traurig, es verteilt Nierenschläge. Das muss man verkraften. Ja, es ist in sich stimmig und all die deprimierenden Dinge, die geschehen, kann man nicht fröhlich erzählen. Dennoch verlangt das Buch Stabilität beim Leser oder Hörer, die man nicht jeden Tag hat.
Zunächst hat man den Eindruck, es wird planlos drauflosgeplappert. Doch nach und nach erkennt man, dass ohne dieses weite Ausholen die Story nicht komplett und nicht zu verstehen wäre. Wenn man so will, braucht es diesen langen Anlauf, um alles richtig einordnen, verstehen, sehen zu können. Das Buch zeigt, dass Außenstehende niemals einen Sachverhalt wirklich richtig erfassen können, weil sie nur einen kleinen Ausschnitt sehen. Auch zeigt es, wie tief die Sehnsucht nach Gerechtigkeit sein kann, von zwei unterschiedlichen Sichtweisen her gesehen sogar. Enorm beeindruckend!
Das Ende hat einen Knalleffekt parat. Ich bin regelrecht hilflos und auch ein wenig sprachlos. Für diese Kunst gebe ich vier Sterne.
SWEET DAYS
Wenn zwei Freundinnen sich so gut verstehen, gerne miteinander reisen und Kuchen genießen, liegt die Idee sehr nah, daraus ein Buch zu machen. So reisen wir hier in Bildern und Rezepten quer durch Europa und werden optisch, wie auch kulinarisch sehr verwöhnt.
Rezepte brauchen für mich unbedingt Fotos, um mich neugierig darauf zu machen, mir Appetit zu machen. Hier bekomme ich sogar noch Fotos von den Orten, aus denen die Rezepte stammen. Das ist eine unglaublich gelungene Kombination.
Es wird zu den Rezepten nicht groß geredet. Titel des Rezepts, Angaben zu Portionen, benötigter Backform, Zubereitungszeit, Backzeit, danach die Zutatenliste. In einem kleinen Fließtext wird dann erklärt, was zu tun ist. Fertig! Auf Nährwertangaben wurde verzichtet. Dafür sind die Zutaten auch sehr gut im örtlichen Handel zu bekommen und nicht sehr ausgefallen. Alles ist sehr gut verständlich geschrieben. Hin und wieder gibt es kleine Geschichten zum Land, aus dem das Rezept kommt, oder Reisetipps. Diese sind unterhaltsam und machen Reiselust!
Dieses Buch ist sichtlich mit viel Liebe zum Reisen und guten Essen gemacht worden. Es beinhaltet eine Menge Rezepte zu Leckereien, die ich noch nicht kannte. Ganz begeistert bin ich von Medovik, die natürlich leider auch viel Arbeit macht. Hier ist das beste Beispiel, dass Zeitangaben relativ sind. Ich jedenfalls bekomme die Zubereitung dieser Torte nicht in den veranschlagten 35 Minuten hin. Auch hätte ich sehr gern eine Übersetzung der Namen der Gebäcke oder eine kurze Beschreibung in Deutsch. Das schmälert meine Begeisterung für dieses Buch aber nicht wesentlich. Ich gebe gerne vier leuchtende Sterne.
Edward von Stechowsky
Diese Bilderbuchgeschichte in Reimen habe ich tatsächlich zuerst vom Autor selbst gelesen gehört und gesehen, bevor ich über dieses Buch gestolpert bin. Ich finde die Reime so wunderbar, so humorvoll und treffend! Unterlegt mit den Bildern von Timo Zett ist die Geschichte noch mal so gut.
Man mag sie immer und immer wieder ansehen und lesen! Es ist köstlich, wie eine Mücke und ihr Leben und Streben die Menschheit so genial persiflieren können. Ich bin zwar nicht so ganz sicher, ob die Kids ab 5 Jahren, für die das Buch ist, wirklich den Witz dahinter voll und ganz verstehen, dafür aber die Eltern. Und wenn die Spaß beim Vorlesen haben, kann das ja so verkehrt nicht sein.
Eigentlich ist Edward von Stechowsky gar nicht so anders, aber eben seine Wünsche und Vorstellungen, seine Ziele und sein Weg dahin. Das ist sympathisch und inspirierend, macht Mut und auch stark. Edward trödelt ja nicht ohne Ziel durchs Leben, sondern strebt einfach eines an, das seine Mitmücken für unrealistisch halten. So zeigt er den Kids und den Großen, dass es sich lohnt, auf ein Ziel hinzuarbeiten, selbst dann, wenn kein anderer an den Erfolg glaubt und es ein weiter, harter, herausfordernder Weg ist.
Hier ist einfach alles besonders! Ich kenne kein anderes Buch, bei dem eine Mücke die Hauptperson ist. Auch keines, das so herrliche Reime mit stimmigem Rhythmus hat. Und schon gar keines, das den Kids so viele neue Wörter schenkt! Dazu die wunderschönen Illustrationen, bei denen man immer wieder neues entdeckt. Außerdem gibt es am Ende noch lehrreiche Fakten über Mücken.
Was soll ich sagen? Ich lieb’s! Und die Kids auch! Vorgelesen und für Erstleser mit Unterstützung ein Hit. Ganz klar, volle fünf Sterne!
Die besten Kuchen von A–Z
Hach, ich backe so so so gern! Und Dr. Oetker schaffte es nach so vielen Jahren noch immer, Backbücher herauszubringen, in denen es für mich neue Rezepte gibt. Dieses hier ist alphabetisch geordnet. Also nicht nur im Register, sondern im ganzen Buch. Das ist praktisch, denn man findet viel leichter das passende Rezept. Im Register sind die Rezepte dann sogar sortiert nach Kuchen aus der Form; Kuchen vom Blech; Kuchen mit Obst; Kuchen mit Schokolade und Kakao; Kuchen mit Quark, Frischkäse, Schmand und Ricotta; Kuchen mit Nüssen, Mandeln, Kokos und Kernen; Kuchen mit Pudding; Käsekuchen; Streuselkuchen.
Jedes Rezept bringt ein Foto mit. Neben Zeitbedarf findet man nach den benötigten Zutaten und vor den Arbeitsschritten auch die Nährwertangaben. Wäre die verwendete Form für den Kuchen bei den Zutaten untergebracht, fände ich es übersichtlicher, als diese Angabe irgendwo zwischen den Arbeitsschritten zu suchen. Die klar durch Nummerierung und Trennstriche gegliederten Arbeitsschritte sind gut verständlich geschrieben. Die Zutaten sind alltäglich und schon daher gut erhältlich. Ab und an wird jedoch ein spezielles Dr. Oetker Produkt, wie beispielsweise Süße Mahlzeit Milchreis nach klassischer Art, benötigt. Hin und wieder finden sich noch Tipps für Varianten. Mir gefällt die Vielfalt der Rezepte, die Abwechslung. Hier wird jeder Geschmack zufriedengestellt.
Wer schon ein paar Bücher von Dr. Oetker besitzt, wird bemerken, dass das eine oder andere Rezept recycelt wurde. Mich persönlich stört das nicht. Immerhin bekommt man mehr als 120 Rezepte für wirklich kleines Geld. Die A-Z Reihe ist absolut sammelwürdig. Ich gebe vier Sterne für die überarbeitete Neuauflage, die schon lange ein Backbuchhighlight ist.
Airfryer-Blitzrezepte Backen
Christian Henzes Küche mag ich gern, auch wenn ich sie oft zu aufwändig und etwas drüber finde zum Selbstkochen. Sein Airfryer Backbuch hat mich dennoch enorm angezogen, nicht zuletzt, weil Henze hier tatsächlich mit meiner heißgeliebten Cosori arbeitet!
Der kleine Theorieteil ist informativ und lehrreich. Dann geht es auch schon los mit den Kapiteln Schnelle Snacks für jeden Tag; Brote und Brötchen; Kuchen und Torten; Süße Kleinigkeiten; Knusprige Extras. Selbstredend geht es hier um kleinere Gebäckstücke für die kleine Runde, nicht für eine ganze Kaffeetafel. Wer wie mein Mann und ich die Abwechslung liebt, wird bald am liebsten mit dem Airfryer backen. Kleine Mengen sind schneller weg, umso schneller gibt es wieder frische Leckereien.
Schade finde ich, dass die Arbeitsschritte im Fließtext gehalten sind, nur durch farbige Punkte getrennt. Mein Auge orientiert sich lieber an Abschnitten, gern auch nummeriert. Dagegen ist sehr angenehm, dass die Zutaten bei den Anweisungen fett gedruckt sind. Nährwerte findet man keine, dafür schön ordentlich untereinander Zubereitungszeit, Temperatur, Backzeit und benötigtes Zubehör. Etwas schwierig und ungünstig finde ich, etwas noch warm zu servieren, wenn ich es auf zwei Chargen backen muss und die Backzeit 30 Minuten beträgt.
Die Rezepte sind atemberaubend! Wirklich an alles ist gedacht. Die Snacks sind fast schon Standard, doch Henze gibt ihnen das gewisse Extra. Bei Brot und Brötchen gerate ich geradezu ins Schwärmen. Und wer hätte denn geglaubt, dass man eine ganz neue Art Schwarzwälder Kirsch oder Donauwelle im Airfryer machen kann? Bei den süßen Kleinigkeiten habe ich mich in den Bienenstich verliebt, der ganz ohne Pudding auskommt und eine gemeingefährlich leckere Creme mit Mascarpone enthält. Die knusprigen Kleinigkeiten sind teilweise deftig statt süß und insgesamt nicht ganz meins, aber für ein Buffet oder den Spieleabend oft ideal. Die Anweisungen sind gut verständlich und die Zutaten weitestgehend bodenständig und gut im örtlichen Supermarkt zu bekommen. Der Arbeitsaufwand ist teilweise nicht wirklich minimal, doch lohnt er sich immer.
Insgesamt ein tolles Buch, das sich auch prima zum Verschenken eignet, wenn der Beschenkte ein wenig Backerfahrung hat. Ich gebe abzüglich meiner Kritikpunkte vier Sterne.
Always tasty
Der Autor war mir bisher nicht bekannt, doch das hat nichts zu heißen, lehne ich doch die heutzutage allgegenwärtigen Social Media rigoros ab. Das Buch ist jung und energiegeladen, wie Sandro Zinggeler selbst auch. Daher wundert es nicht, dass noch vor dem Vorwort drei Rezepte für den perfekten Tag vorgestellt werden. Danach folgen die üblichen theoretischen Kapitelchen. Ganz im Zeitgeist ist alles mit Anglizismen gespickt. Die Rezepte sind dann eingeteilt in die Themenbereiche Sandro Snackeler – Scnacks & Kleinigkeiten; Für die Morgenstunden – Frühstück; All Day Long – Lunch und Dinner; Süßes zum Schluss – Desserts und Gebäck.
Die Rezepte sind schlicht und übersichtlich aufgebaut. Nie zu viel Text, aber immer mindestens ein Foto, gern auch mal eine Fotostrecke. Wer jedoch Wert auf Nährwertangaben legt, wird vergeblich danach suchen. Die verwendeten Zutaten sind nicht extrem exotisch, bei manchen jedoch könnte es etwas schwierig werden. Nicht jeder hat z.B. Reisessig, Taggiasca-Oliven, Zitronenthymian, frische Trüffel oder Tapiokamehl zu Hause. Einige Rezepte erfordern auch recht viel Zeit, weil man zusätzliche Arbeitsschritte einplanen muss, z.B. für geklärte Butter.
Die Rezepte sind zumindest für mich erfrischend anders, also alles andere als Klassiker. Nicht alles entspricht meinem Geschmack, doch das liegt an meinen Abneigungen gegen gewisse Lebensmittel und Konsistenzen. Ob man sich selbst oder Gäste damit verwöhnt, für besondere Tage und Anlässe sind die Rezepte optimal. Richtig gut essen von früh bis spät stimmt auch. Doch für die Alltagsküche sehe ich sie nicht. Auch für Küchenneulinge und Kochanfänger finde ich das Buch ungeeignet.
Schön ist es, interessant ist es, aber eben nur dann klasse, wenn man sich nicht scheut, viel Aufwand für die Mahlzeiten zu betreiben. Auf gesunde Küche wird hier weniger geachtet, sondern mit viel Fett und Süße der Gaumen verwöhnt. Schnell, lecker und modern wird versprochen. Für mich normal schnell oder langsam, lecker ja, modern nur bedingt und dann im Hinblick auf die Zusammenstellungen, weniger die Zutaten. Schlicht und einfach ist hier wenig. Lecker ganz viel. Dennoch bleiben da leider nur drei Sterne.
Winter-Hochbeet
Mir machen meine Hochbeete so viel Spaß, dass ich immer mehr davon aufstelle. Inzwischen sind es tatsächlich schon sieben! Und da ist klar, dass ich nach dem Sommer gern weiter damit werkeln möchte. Anja Klein hat für Hochbeete geniale Tipps, daher musste dieses Buch natürlich bei mir einziehen!
Dieses Buch hat die Hauptkapitel Grundwissen Winterhochbeet; Praxis: Jetzt wird es konkret!; Querbeet durch den Winter; Kohl-WG im Luxus-Penthouse; Salat ist mein Gemüse; Wir kuscheln im Quadrat; Aroma, das aus der Kälte kommt; Cool Flowers – zarte Blüten, hart im Nehmen. Damit deckt Anja Klein das gesamte Spektrum ab und zeigt, was möglich ist. Man kann sich prima das heraussuchen, das einen interessiert und anspricht.
Man spürt bei jedem Wort, wie gern Anja Klein im Garten und mit den Hochbeeten werkelt. Sie erklärt alles sehr gut verständlich und steckt mit ihrer Freude geradezu an. An alles ist gedacht, für jeden gibt es etwas, und seien es nur Lauchzwiebeln. Schiefgehen kann ja nicht viel, die Hochbeete stehen eh im Garten, also ran ans Werk. Mit diesem Buch ist der Erfolg fast schon garantiert.
Ich freue mich jetzt darauf, die Hochbeete nach und nach für die Winterpflanzen vorzubereiten und so die Gartensaison nicht beenden zu müssen, sondern weiter Zeit in meinem heißgeliebten Hochbeetgarten zu verbringen. Fünf Sterne!
Klein aber tot
In Knuffingen herrscht Idylle. Eigentlich. Doch dann wird der Schmähkritiker Friedrich Frank ermordet. Kommissar Jojo Wunder muss bangen, dass ausgerechnet seine heimliche Angebetete oder sogar seine eigene Mutter Rache für einen Verriss geübt haben. Mit Bernhardiner Buddha, der eigentlich seinem Chef, der niemals auftaucht, gehört, im Schlepptau, folgt er den vorhandenen Spuren, die alles nur noch schlimmer zu machen scheinen!
Knuffingen liegt im Miniatur-Wunderland und die Figuren haben davon eindeutig keine Ahnung. Das macht es für mich ein wenig schwer. Mein Kopf will sich dauernd einschalten, dass die Figuren doch die Besucher sehen müssten, ständig an Grenzen stoßen müssten usw. Da merke ich, wie schwer mir das Loslassen fällt! Es gibt kleine Hinweise, die witzig sind, wie die Styroporkugeln, das zerbrochene Matterhorn, Wolken wie gemalt, immer wieder Feuer beim Schloss usw. Insgesamt aber lässt das die Knufflinger kalt. Der Krimi selbst ist cosy und humorig, aber nicht ohne Spannung. Die vielen kleinen skurrilen Szenen sind einfach nur köstlich! Ganz genial finde ich, dass alles so erschreckend logisch und stimmig ist.
Die Figuren sind zauberhaft! Auch ihre Namen sind einfach nur genial. Da hat der Autor viel Liebe zum Detail bewiesen! Fischler lässt die Charaktere mit wenigen Worten vor dem geistigen Auge entstehen und Simon Jäger macht sie wunderbar lebendig. Und wenn Dr. Bohne eins ums andere Mal „Wunder, oh Wunder“ ruft, muss man einfach grinsen. Simon Jäger hat jeder einzelnen Figur eine eigene Stimme gegeben und das in bewundernswerter, gelungener Art und Weise. Der Krimi ist ein gemütlicher Cozy Crime, der mit Schwung ein gar nicht so harmloses Ende findet.
Da ich die Bücher von Jan Beck liebe, war ich super gespannt auf die Bücher unter seinem weiteren Pseudonym bzw. Realnamen Jo Fischler. Dieser erste Band vom Miniatur-Wunderland ist kein schlechter Anfang! Allerdings sind die Anspielungen auf den fiktiven Ort ganz selten eingestreut, wodurch der Krimi auch an jedem anderen, realen Ort spielen könnte. Vielleicht wird das ja in den Folgebänden spezieller. Vielleicht sind die Wunderland-Macher ja Wunders Chef? Für diesmal also vier Sterne.










